über ruinierte filme

August 15th, 2010

Jetzt hab ich schon 2 Filme ruiniert. Das erste Mal vor ein paar Monaten - Ich hatte ständig nur mit der automatischen Canon fotografiert und nur ganz selten mit der kleinen Minolta, ohne Automatik. Als ich dann endlich den Film in der Minolta voll hatte, hab ich einfach vergessen, dass ich da ja erst zurückspulen muss. Ärgerlich, sehr sehr ärgerlich! Aber selbstverschuldet… heute dann habe ich den zweiten fast vollständig belichteten Film… nunja, vollständig belichtet. In Cartagena dürfen wir ja nichts kaufen und an Bord bringen, auch Essen oder Getränke oder was auch immer werden von den Wachmännern einkassiert. (Kleinere Dinge, die sich in Hosentaschen packen lassen oder Klamotten, die man drüberziehen kann, sind schon noch möglich…) Also müssen wir, wenn wir rausgehen, alles aufschreiben lassen, was wir mit rausnehmen. Zumindest sowas wie Kameras. Wieder war es die kleine Minolta, die ich beim Rausgehen einfach vergessen habe anzugeben, weil sie ohnehin noch in der Tasche war und weil sie vorher niemanden gestört hatte… so stand sie also nicht auf der Liste, als ich wieder reinwollte, und plötzlich störte sie doch jemanden. Zumindest fragte der Wachmann nach der Seriennummer, guckte auf seinen Zettel und in großer Panik dachte ich mir ‘Nehmt meine Kamera, aber lasst mir den Film!’, wollte also zurückspulen um zumindest den Film zu retten, wenn sie meine Kamera dabehalten wollten. Dabei hat natürlich irgendwas nicht funktioniert, der Film ließ sich nicht zurückspulen, ich öffnete die Kamera und in der Zwischenzeit war der Wachmann auch von irgendwas anderem abgelenkt gewesen, sodass ihn meine Kamera überhaupt nicht mehr interessierte und ich konnte sie samt ruiniertem Film problemlos mitnehmen… Verdammt. (Und wieder selbstverschuldet. Hmpf.)

[grmpf]

August 14th, 2010

Warum? Was ist passiert, dass ich plötzlich mit Spamkommentaren überschüttet werde? Auf einmal waren sie da! Wirklich! Erst gar nichts oder nur minimal, und jetzt soll ich hier knappe 800 Kommentare mit Pornolinks löschen… (Alternativ sagen sie auch was über Mode) Grmpf, grmpf.

über die liebe #?

August 5th, 2010

“‘Ich liebe dich.’ heißt, wenn es wirklich so gemeint ist, nicht nur ‘Ich liebe dich.’. ‘Ich liebe dich.’ heißt auch ‘Ich liebe dich mehr, als dich jemals ein anderer Mensch lieben könnte.’ und es heißt auch ‘Ich liebe dich mehr, als ich jemals einen anderen Menschen geliebt habe oder lieben werde.’”
Sowas in etwa hab ich mal gelesen (ich weiß nicht mehr wo, muss ich dringend wieder rausfinden… dann finde ich auch den genauen Wortlaut wieder), so in etwa sieht auch meine Meinung über Liebe aus. (Genau definiert habe ich ‘Liebe’ für mich immer noch nicht, aber das hier beschreibt zumindest schonmal die Ausmaße.)
Wenn das allerdings wahr ist (subjektiv wahr), bedeutet das, dass man nur eine Person lieben kann. Dieser ganze Kitsch-Mist von wegen ‘Es gibt nur eine wahre Liebe im Leben.’ wäre wahr. Vielleicht ist es das. (Wobei mir der Begriff ‘wahre Liebe’ nicht gefällt, weil es irgendwie impliziert, dass es auch ‘unwahre Lieben’ gibt, die dann entsprechend einfach keine Lieben wären, wenn sie ja ohnehin unwahr sind…) Dann heißt das aber, dass man, wenn man einmal beschlossen hat, eine Person zu lieben… also halt beschlossen hat, dass das, was man fühlt, Liebe ist… ‘darf’ man das später nicht nochmal beschließen. Du hast eine Liebes-Karte, und wenn du die weggeben hast, war’s das. No more. Dann müsste man quasi, um nochmal jemandem zu sagen, dass man ihn liebt, die erste Liebeserklärung wieder zurücknehmen. Sorry, war nicht so gemeint, mir ist da ein Fehler unterlaufen.
Und dann ist da noch der Punkt, dass man eigentlich sowieso nicht wissen kann, ob man jemanden liebt, zumindest nach dieser Ausmaßdefinition. Denn sie trifft eine Aussage über die Zukunft, und die kann keiner wirklich sicher vorhersagen. Schlimmer noch: Sie trifft eine Aussage über Gefühle* in der Zukunft. Gefühle kann man nicht kontrollieren, Zukunft kann man nicht vorhersagen - und dann soll man solche Aussagen wie ‘Ich werde dich für immer lieben.’ mit voller Überzeugung sagen?! (Wobei das ‘für immer’ ja ohnehin schon im Wort ‘Liebe’ enthalten ist…)
Schwierig, schwierig… und zumindest einer der Gründe, warum ich nicht von Liebe sprechen möchte. Es wäre einfach falsch, meiner Meinung nach. Von Liebe zu sprechen und dabei Liebe zu meinen, ist unmöglich.

*Mal Fromm ignorierend, dass Liebe kein Gefühl sondern eine Kunst sei, mit dessen Meinung ich zwar auch teilweise sympathisiere, aber dann irgendwie auch wieder nicht und eigentlich sind es doch Gefühle, zumindest stecken sie irgendwo mit drin, weil sie ohnehin überall mit drin stecken, als Antrieb für alles, und damit würde dann auch wieder der Antrieb, die Kunst auszuüben, nicht vorherseh- oder kontrollierbar.

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August 2nd, 2010

Trotz gestriger Standpauke (sehr nett allerdings) und darauffolgender Erkenntnis finde ich Ratschläge doch nach wie vor blöd. Ich meine, warum glauben alle zu wissen, wie ich mein Leben leben soll? Da kommt erst der Chiefmate an und sagt bestimmt ‘Du wirst nicht lange zur See fahren. Beim GL kannst du viel Geld verdienen.’ (abwechselnd dazu erzählt er aber immer mal wieder, dass Geld überhaupt nicht wichtig wäre..), dann sagt mir der Käptn, ich sollte mehr trinken, ich sollte auch glücklich sein und irgendwer anderes wiederum weiß mit Sicherheit, dass ich einen neuen Haarschnitt brauche und so weiter. Verdammt! Was soll das?! Ja, sie haben alle mehr Erfahrung, aber heißt das wirklich, dass sie wissen, wie ich besser leben kann? ‘Ich krieg mein Leben ganz bestimmt nicht auf die Reihe, doch es stimmt, dass ihr es noch viel weniger hinbekommt.’ (Die Logonauten) Aber… doch nochmal zurück zum zweiten Offizier… Relax. Ich kann es mir ja alles anhören, einiges ausprobieren und wenn es blöd ist, zurückkehren zu meinem eigentlichen Plan. Denn es stimmt ja leider auch, dass ich auch keine Ahnung habe, was das Beste ist und dass ich das durch Ausprobieren am ehesten finden kann. Aber… Mann! Ich finde es trotzdem nervig! Grmpf, grmpf. Ich muss wirklich an mir arbeiten…

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August 1st, 2010

Ich weiß nicht, was zuerst da war: Das Alleinesein oder das Alleineseinwollen. Keinen Menschen haben oder keinen Menschen brauchen wollen wollen. Hilflos sein oder keine Hilfe annehmen wollen.
Jetzt auf jeden Fall kommen Leute an und geben mir Ratschläge, gutgemeint, und jedes Mal, wenn mir jemand sagt, wie es vielleicht einfacher wäre oder wie ich mein Leben möglicherweise besser leben könnte, ist es, als würde eine Stimme in meinem Kopf sagen ‘Tu das nicht!’, was ziemlich blöd ist, wenn ich gerade selbst genau die gleiche Idee hatte und sie dann wieder verwerfen muss, weil jemand anderes sie mir auch vorschlägt. Es würde ja so aussehen, als hätte ich einen Rat angenommen, und das wiederum, als hätte ich selbst nicht gewusst, was ich tun soll.
Teilweise ist es ganz gut, glaube ich weiterhin, irgendwas selbst auszuprobieren, zu scheitern, die nächste Sache auszuprobieren und so irgendwann zur Methode oder zur Möglichkeit zu leben zu kommen, die funktioniert oder gut ist.
Aber andererseits… stimmt es auch, dass erstens eine solche krampfhafte Ablehnung von Ratschlägen definitiv nicht gut ist, und zweitens, dass ich, wenn ich unabhängig sein will, möglichst viel wissen und können muss und alles, um nicht später doch auf andere zurückkommen zu müssen. Ich will alles alleine machen und alles alleine können, aber um unabhängig zu sein, muss ich offen sein. Sagt der zweite Offizier. Ich musste ihm widerwillig zustimmen. Ich hielt mich für offen, ich hielt mich für absolut großartig - vor dem Gespräch. Danach hatte ich das Gefühl, total unreif und kindisch und bescheuert zu sein. Wahrscheinlich zu Recht.
Und dann wieder, als ich erfahren hatte, was für einen schlechtentwickelten Charakter ich habe, habe ich wie immer angefangen, mich zu erklären. Nicht ihm gegenüber, aber mir. Ich bin so, weil… Das mache ich immer! Und immer, wenn es mir auffällt, denke ich, das muss ich lassen. Weil es egal ist, WARUM ich diese und jene Fehler und Macken habe, weil das, was jetzt zählt, ist, was ich dagegen tun kann. Was für Gründe auch immer ich finde, sie ändern ja nichts. Vielleicht bekomme ich vorerst ein bisschen Verständnis (müssten aber gute Gründe sein), aber auf Dauer muss ich mich dann trotzdem verändern. Gründe verlängern maximal die Frist, die ich habe, um das zu tun, aber irgendwie reichen sie mir um das alles abzuhaken, als würde mit der Erklärung alles geklärt.

Und nochmal zu den Ratschlägen… eigentlich stimmt das nur zur Hälfte. Denn in der anderen Hälfte habe ich furchtbare Angst davor, irgendwas einfach auszuprobieren und suche verzweifelt eine Anleitung. Dann möchte ich mit dem Manual in der Hand jeden Schritt genau nach Liste abarbeiten. (Und wenn es dann nicht funktioniert, ist es nicht meine Schuld - ‘Aber in der Anleitung stand doch…!’)
Ich weiß nicht, in welchen Situationen ich wie reagiere. (Wahrscheinlich einfach immer falsch.) Ich kann auch gerade irgendwie nicht drüber nachdenken. Ich bin… ich weiß nicht. Kurze Krise. (Wurde auch Zeit.)

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July 31st, 2010

Ich hoffe, dass ich, wenn ich mal Kapitän bin (und irgendwie gehe ich davon aus, dass ich das sein werde), nicht dieses typische Kapitän-Gehabe habe… unser Capt ist wirklich in Ordnung, so generell. Aber… trotzdem will ich nicht später jemanden beauftragen, mir Pizza zu machen, weil ich gerade Hunger auf Pizza habe, wenn ich das doch genau so gut auch selbst machen könnte. Ich habe zwar generell ein kleines Problem damit Aufgaben abzugeben, aber das lerne ich so langsam. Ich will eben nur auf gar keinen Fall, dass sich das auf Bereiche ausweitet, die nichts mit der Arbeit zu tun haben. Overriding Authority gut und schön, aber… ach bla. Ich finde das einfach nervig. Ich finde es ohnehin nervig bedient zu werden und möchte möglichst ohne Steward sein, und verdammt, ich hoffe einfach, dass ich meine Meinung dazu nicht ändere und dabei bleibe ‘Wenn ich eh Zeit habe, kann ich das auch eben selbst machen.’…

über geschichten und fotos

July 16th, 2010

Schreiben ist wie fotografieren, fiel mir plötzlich auf. Die Geschichte ist total egal, genau wie das Motiv. Gut, es gibt Motive/Geschichten für bestimmte Anlässe oder Aussagen, aber eigentlich kann man nicht sagen, dass die Geschichte gut ist oder schlecht. Jede Geschichte kann gut sein, jedes Motiv kann ein gutes Foto ergeben. Wenn ich einen Apfel fotografiere, ist es eben ein Apfel, inhaltlich. Aber der Inhalt ist nicht das, worum es geht. Und so ist bspw. bei einem Buch die Geschichte fast nebensächlich, finde ich. Es geht um ein Paar, das endlich zusammenfindet oder um einen Mörder, der auf der Flucht ist oder um die Gedanken eines Jugendlichen im Krieg oder was auch immer. Kann alles nichts wert sein, wenn es nicht schön klingt. Wenn das Licht nicht stimmt. Denn eigentlich geht es nur darum, dass es schön ist. Bei Geschichten wie bei Fotos.

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July 3rd, 2010

Notiz an mich selbst: Mangoplantage anlegen, wenn ich mir ein Haus auf den Philippinen kaufe…

[du schaffst das]

June 30th, 2010

Der Satz “Du schaffst das.” ist per se eine Lüge. Zumindest, wenn er ernst gemeint ist. Wenn jemand wirklich daran glaubt, sagt er diesen Satz nicht. Wenn ich sage ‘Ich muss noch Brot und Klopapier kaufen nachher…’, höre ich daraufhin nicht ‘Du schaffst das!’, weil es so offensichtlich ist, so selbstverständlich… natürlich schaffe ich das, keine Frage. Ich will doch nur Brot und Klopapier kaufen und keiner zweifelt daran, dass ich das problemlos erledigen kann. Wenn ich hingegen sage ‘Morgen schreib ich noch Stabi…’ oder ‘Ich muss ne Steuererklärung machen.’, meine ich das eigentlich ähnlich wie ‘Ich muss noch Brot und Klopapier kaufen.’. Ich muss Zeit dafür aufwenden, es ist nervig, aber irgendwann erledigt (ok, bei der Steuererklärung bin ich schon ein wenig überfordert, noch… aber ich hab mir jede Menge Formulare und Anleitungen zu den Formularen runtergeladen und irgendwas krieg ich da schon ausgefüllt). Und trotzdem sagt dann bspw. Jan ‘Du schaffst das.’, weil er es anders sieht als Brot und Klopapier kaufen. Und wenn er den Satz ernst meint, heißt das, meiner Meinung nach, dass er eigentlich daran zweifelt.
Und wenn er nur so dahingesagt ist und er eigentlich nicht an meinem Erfolg zweifelt, kann er sich den auch sparen.
Und immer, wie auch immer der Satz gemeint sein mag, fühle ich mich… wie ein kleines Kind, das nur irgendwas hinkriegt, wenn ein großer starker Mensch sagt ‘Du schaffst das.’. Bzw. ich fühle mich nicht so, aber ich fühle mich so behandelt, während ich doch eigentlich denke ‘Klar schaff ich das.’ und ein bisschen verwirrt und entsetzt bin, dass mir jemand eine solche eigentlich sicherlich gut gemeinte ‘Aufmunterung’ entgegenschmeißt.

[zootiere]

June 10th, 2010

Ab und zu komme ich mir auf der Brücke vor wie der Panther von Rilke (oder sonst irgendein Zootier). Wenn nichts zu tun ist, aber wir warten müssen. Wenn einfach absolut gar nichts zu tun ist, kann man ja stattdessen irgendwas anderes tun, rumsitzen oder sich weiterbilden oder sowas… aber wenn gleich irgendwas passiert oder man einfach wachsam sein muss, aus welchen Gründen auch immer, aber trotzdem nichts passiert… dann laufe ich, laufen viele, immer hin und her. Backbord - Steuerbord, und zurück. Immer wieder. Langsam streichen wir an den Gitterstäben… äh, Brückenfenstern… vorbei, ein wenig traurig nach draußen in die Freiheit blickend. Sehnsucht schwingt in diesen Blicken mit. Und Langeweile. (Immerhin ist niemand draußen, der zurückguckt, das ist der Unterschied zum Zootier…)

(Und trotzdem bin ich gerne hier. Gerne sehnsüchtig gelangweilt, eingesperrt.)
(Ich glaube aber auch, das ist meistens nur der Fall, wenn noch jemand anderes da ist… der Capt. zum Beispiel. Weil sich da jeder denkt, er kann doch nicht einfach rumsitzen und ein Buch lesen, auch nicht, wenn es sich um ein Fachbuch handelt… Während sonst, nicht unter Beobachtung… oh, vielleicht ist das ja doch wie im Zoo. Vielleicht würden die Tiere auch nur rumliegen, wenn keiner zugucken würde. Aber so fühlen sie sich eben beobachtet und müssen irgendwie aktiv wirken, wenn auch vielleicht aus anderen Gründen als Offiziere mit dem Capt.)